Eingebettet in ein barockes Anwesen in Ostjütland entfaltet sich unter den Füßen eine außergewöhnliche Geschichte von Zeit, Ort und Holz. Hier trägt der Boden aus Dinesen Douglasie die Räume über sich und spiegelt zugleich den Wald wider, aus dem er stammt, die Traditionen, die ihn geprägt haben, und die Hände, die ihn im Abstand von Jahrzehnten verlegt haben.
Restaurierung – Hadsten, Dänemark
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Dinesen Douglasie
Konische Dielen
Längen bis zu 15 Metern
Oberflächenbehandlung: Lauge und Seife


Clausholm Schloss nahe Hadsten zählt zu den bedeutendsten Barockanwesen Dänemarks und liegt eingebettet in historische Waldlandschaften, deren Ursprünge bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Seit Generationen befindet sich das Anwesen im Besitz der Familie Berner, die es mit großer Sorgfalt restauriert und seinen ursprünglichen barocken Charakter bewahrt und weiterentwickelt hat.
Im Inneren erzählen die Dinesen Douglasie Böden von Landschaft, Handwerk und architektonischer Kontinuität. Eine Geschichte der Herkunft. Verlegt in den Jahren 1978 und erneut 1995, wurden sie aus Douglasie gefertigt, die im schlosseigenen Wald gewachsen ist.



Eine in das Holz eingravierte Inschrift dokumentiert seine Herkunft: Wald Skov Amaliegaard
Die Dielen folgen der natürlichen Form des Baumes. Statt in gleichmäßige Breiten geschnitten zu werden, sind die Dielen konisch gearbeitet – jede einzelne verjüngt sich von einem Ende zum anderen und greift damit die natürliche Form des Stammes auf. Dadurch entsteht ein Bodenbild aus unterschiedlich breiten Dielen, das den Räumen einen subtilen Rhythmus verleiht, der zugleich organisch und architektonisch wirkt. Keine Abfolge gleicht der anderen.


Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist die Verlegemethode. Die Dielen wurden direkt auf den Unterboden genagelt. Die sichtbaren Spuren dieser traditionellen Technik tragen zum besonderen Ausdruck des Bodens bei und zeugen von einer pragmatischen Handwerkskunst, wie sie für ihre Zeit typisch war.


Die beiden Verlegephasen markieren zugleich eine klare Entwicklung. Die 1978 verlegten Douglasiendielen sind vergleichsweise kürzer und verleihen den Räumen ein dichteres, stärker gegliedertes Bodenbild. Als 1995 weitere Bereiche fertiggestellt wurden, kamen deutlich längere Dielen zum Einsatz, wodurch die Maserung mit größerer Kontinuität durch die Innenräume verläuft.
Gemeinsam schaffen diese Böden eine unmittelbare Verbindung zwischen Anwesen, Wald und Architektur. Eine Douglasie-Geschichte, die über Jahrzehnte an Ort und Stelle gereift ist.

